Schimmelpilze - ungebetene Gäste

Informationen über Schimmelpilzbildung und wie diese vermieden werden kann
Schimmelpilzbefall ist ein Problem, mit dem heutzutage beinahe jedes Bauwerk zu kämpfen hat. Entdeckt wird er meist von Mietern bzw. Bewohnern. Gemeldet wird er dem Hausbesitzer. Und schon beginnt die Suche nach den Schuldigen: Bauherr oder Baufirma, Verarbeiter, der Staat mit seinen Reglementierungen oder etwa doch der Mieter selbst? Eine eindeutige Antwort darauf wird sich seltenst finden lassen. Wohl aber gibt es Mittel und Wege, dem Schimmelpilz vorzubeugen. Von Seiten aller Beteiligten.

Wo kommt er her, wo geht er hin?
Biologisch gesehen ist der Schimmel in der Familie der Pilze einzuordnen. Davon gibt es an die 250.000 Arten, ungefähr 50.000 davon zählen zu der Unterart des Schimmelpilzes. Sie gehören zu den ganz natürlichen "Bewohnern" unseres Planeten - und das bis in die äußersten Bereiche der Atmosphäre. Als einzelne Sporen in der Luft sind sie auch nicht weiter gefährlich. Erst wenn sie den passenden Nährboden finden, setzen sie sich fest und breiten sich oft ungehindert aus. Und solcher Nährboden ist schnell gefunden. Denn Schimmelpilze brauchen kein Licht, benötigen nur wenig Sauerstoff zum Wachsen und sind schon mit einer in Wohnungen ganz alltäglichen Temperatur von etwa 20 °C mehr als zufrieden.
Und eine Luftfeuchtigkeit von über 80 % ist vielen dieser Mikroorganismen am liebsten. Kein Problem in Bädern, Küchen und häufig auch in geheizten oder schlecht gelüfteten Räumen.

Was tun wenn sie da sind?
Die richtige Raumhygiene der Bewohner ist entscheidend dafür, dass sich Schimmelpilze nicht festsetzen können. Ein einfaches Mittel: Die Fugen nach dem Duschen sauber abspülen und trocknen. Hier genügt ein altes Handtuch oder eine gewöhnliche Gummilippe, wie z.B. bei Scheibenputzern.
Weiteres kann die Oberfläche zum nachträglichen Desinfizieren mit einer Alkohollösung (70-80 %ige, z.B. Brennspiritus in Wasser) behandelt werden. Und dann gibt es nur noch eins, um dem Schimmel keine Chancen mehr zu lassen: lüften, lüften, lüften.

Dem Schimmel Luft machen.
Die Sicherstellung eines guten Raumklimas durch regelmäßiges Lüften liegt dann in der Verantwortung des Nutzers. Vorausgesetzt, die Verarbeitung der jeweiligen Fugen wurde fachgerecht - am besten von einem Meisterbetrieb - durchgeführt. Die Raumluft wird durch die Bewohner mit Kohlendioxid, Geruchsstoffen und Wasserdampf belastet. Bei einer relativ hohen Luftfeuchtigkeit kann der Wasserdampf jedoch an Stellen kondensieren, deren Temperatur niedriger als die der Luft ist. Bei außenliegenden Raumecken oder am Fenster, zum Beispiel.
Viele Menschen wissen allerdings nicht, wie und auch wann sie am besten lüften sollten. Deshalb hier noch einmal die wichtigsten Fakten zum Thema "Lüften", die auch als Information für Kunden unter Tipps zum Lüften heruntergeladen werden können.

Lüften - aber richtig!

Belüftung über ein Fenster.
Bei der Belüftung von Räumen über ein Fenster strömt die frische und die verbrauchte Luft über das gleiche Fenster ein bzw. wieder aus. Diese Form der Lüftung ist üblich und wird allgemein praktiziert. Der Luftvolumenstrom über das Fenster hängt dabei von dem freien Querschnitt, der Temperaturdifferenz und der Windgeschwindigkeit ab. Bei der Stoßlüftung wird der Flügel ganz geöffnet. Die Kipplüftung erfordert für den gleichen Luftaustausch einen mehrfachen Zeitraum und sie kann dadurch zu hohen Energieverlusten führen.

Querlüftung.
Die Querlüftung nutzt u.a. die Druckunterschiede zwischen der Wind zu- und der Wind abgewandten Gebäudeseite. Die frische Luft strömt auf der einen Fassadenseite ein und die verbrauchte Luft strömt zur anderen Seite der Fassade wieder hinaus. Die Querlüftung ermöglicht den schnellsten und wirksamsten Luftaustausch in den Räumen.

Wie lange lüften ist lange genug?
Die optimale Lüftungsdauer hängt von der Jahreszeit ab. Kühlere Außenluft enthält weniger Feuchtigkeit als die warme Raumluft. Wird die Außenluft im Raum erwärmt, kann sie zusätzliche Feuchtigkeit aufnehmen. Im Winter kommt es wegen der großen Temperaturdifferenz zwischen Außenluft und Raumluft zu einem sehr wirksamen und schnellen Luftaustausch, d.h. mit der Höhe der Temperaturdifferenz steigt die Feuchtigkeitsaufnahmefähigkeit der einströmenden Außenluft. Generell kann man folgende Anhaltswerte für Lüftungszeiten bei einseitiger Lüftung angeben:
Dezember bis Februar 5 Minuten
März und November 10 Minuten
April, Mai sowie September und Oktober 15 Minuten
Juni, Juli und August 25 Minuten
Um die Feuchtigkeit aus den Wohnräumen zu bringen, muss man mehrmals am Tag in Abhängigkeit von der Nutzung der Räume über die Fenster lüften.

Sonderfall Schlafzimmer.
Im Vergleich zu anderen Räumen weisen Schlafräume die höchste relative Luftfeuchtigkeit auf. Damit verbunden steigt die Gefahr der Schimmelpilzbildung. Eine nächtliche Dauerkippstellung der Fenster ist aus Sicht der Schimmelpilzvermeidung eine günstige Lüftungsvariante. Damit sind jedoch energetische Nachteile verbunden und die Umgebungsbedingungen lassen diese Lüftung oft nicht zu. Grundsätzlich besteht die Möglichkeit, zur Schimmelpilzvermeidung am Folgetag entsprechend nachzulüften. Früh am Morgen ist bei vollständig geöffnetem Fenster eine Nachlüftungszeit von ca. 30 Minuten erforderlich. Kann die Nachlüftung erst am Abend erfolgen, verdoppelt sich die Nachlüftungszeit.
Quelle: VFF Merkblatt, ES.05: 2004-01.

Belüftung von fensterlosen Räumen.
Und noch ein Hinweis: Der Luftaustausch in Bädern und liehen ohne Fenster muss durch eine indirekte Belüftung sichergestellt werden. Über in Lüftungsschächten installierte Gebläse zum Beispiel. Hier ist weiters zu beachten, da diese Lüftungen oft mit dem Lichtschalter gekoppelt sind, dass der Aufenthalt im Bad alleine nicht zum optimalen Luftaustausch ausreichend ist. Die Lüftung sollte länger eingeschaltet bleiben.

Gesundheitliche Gefahren durch Schimmelpilze.
Hat sich der Schimmel erst einmal in unseren Wohnräumen eingesiedelt - und wird er nicht schnellstens erkannt und gebannt - kann er zu nachhaltigen Gesundheitsschädigungen führen, wie zum Beispiel:

  • Allegien
  • Atemwegserkrankungen bis hin zu Asthma
  • Hautausschläge
  • Schlafstörungen
  • Im schlimmster Fall zur Belastung mit krebserregenden Stoffen, die sich in manchen Schimmelpilzen bilden.

Es ist also ein sehr ernstes Thema, das Ihre Aufmerksamkeit erfordert.

Tipps zum Lüften

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